Schreiben … kann jeder

Wenn ein Roman alles sagt – was unterscheidet ihn dann von einem Sachbuch, einer Statistik, einem Katalog? Die Leerstellen sind es, welche eine Vieldeutigkeit erlauben, die den Leser zur Deutung, zur Interpretation anregen. ¶ »Ich möchte auch fürs Schreiben bezahlt werden.« – »Das möchte jeder, der schreibt, aber das heißt nicht, dass irgendjemand es tut.« – »Und wie erreicht man es?« – »Indem man zunächst einmal in die Veranda runtergeht, ein Blatt Papier nimmt …« – »… die Ellbogen aufstemmt und das Hirn auspresst, bis es schmerzt. Ich weiß.« —Carlos Ruiz Zafon: Das Spiel des Engels ¶ Was werden Sie tun?« – »Schreiben … schreiben kann jeder. Das wäre gelacht! Es ist angenehm, man braucht nicht dabei zu denken, und bezahlt wird es auch noch!« —Kurt Tucholsky: Gespräch auf einem Diplomatenempfang ¶ Ich schreibe nicht, um Bücher zu schaffen, sondern um sie zu bewohnen. —Mircea Cărtărescu ¶ Autorinnen und Autoren müssen erst einmal das schreiben, was sie zu schreiben haben, möglichst mit Vergnügen und nicht mit pädagogischen Absichten. Das Schreiben selbst ist trotzdem kein Freizeitvergnügen, sondern ein ständiges Fragen, Nachfragen, Selbstbefragen, eine produktive, unaufhörliche Unruhe. Dabei an ein Publikum zu denken oder an bestimmte Veränderungswünsche halte ich für illusorisch. —Friedrich Christian Delius im Gespräch mit Hannes Kraus ¶ Vielleicht macht nicht irgendeine Begabung den Menschen zum Schriftsteller, sondern die Tatsache, dass er die Sprache und die fertigen Begriffe nicht akzeptiert. —Imre Kertész ¶ Was mich zu dem Schluss bringt, dass der ideale Job für mich der wäre, in dem ich scharfsinnige Essays über mein eigenes Leben schreiben darf und mein Arbeitgeber mir dafür so viel Geld bezahlt, dass ich mir ein angenehmes Leben und jede Menge schicker Schuhe leisten kann. —Jen Lancaster: Gucci war gestern ¶ […] die Kunst hat ihre eigenen unerbittlichen Gesetze. Für jedes Recht muss bezahlt werden, auch für die Freiheit des Schreibens. —Wassili Golowanow: Die Insel oder oder Rechtfertigung des sinnlosen Reisens ¶ Er tat Dienst bei Göschen in Grimma um des Brotes willen, denn der Mensch lebt nicht vom Buch allein. Aber neben dem Lohn verlangte er Lob, wo es ihm gebührte, und vor allem Anerkennung: in sachlicher und noch mehr in menschlicher Hinsicht. —Bruno Preisendörfer: Der waghalsige Reisende ¶ Er, der immer mit seinem blassen Lächeln behauptete, seit er entdeckt habe, dass er kein Protagonist sein könne, habe er beschlossen, ein intelligenter Zuschauer zu sein – wozu schreiben, wenn man keine ernsthafte Motivation dazu habe, lieber die Bücher der anderen umschreiben, das sei die Arbeit des guten Verlagslektors – , er hatte in der Maschine eine Art Droge gefunden, hatte die Finger über die Tastatur gleiten lassen, als variiere er auf dem alten Hausklavier über den Flohwalzer, ohne Furcht, von anderen beurteilt zu werden. —Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel ¶ Ich richtete mir die für meine Arbeit notwendigen Schriften und Bücher auf dem mir vom Hotel ins Zimmer gestellten Schreibtisch so zurecht, dass ich schließlich auf die Richtigkeit, also auf die Gesetzmäßigkeit ihrer Anordnung vertrauen konnte. Wahrscheinlich habe ich auch nur deshalb immer wieder mit meiner Arbeit nicht anfangen können, weil die Bücher und Schriften auf meinem Schreibtisch nicht richtig geordnet waren, sagte ich mir [dachte ich, naturgemäß]. —Thomas Bernhard: Beton.

Leseschnipsel editiert von Joachim Zischke am 02. Dezember 2016.


 

Wie Tabakblätter vergilbtes Manuskript

Arbeiten. Es muss human gestaltete Arbeitsverhältnisse geben, die zugleich Freiheit lassen für persönliche Entfaltung, also humane Arbeitsverhältnisse, nicht diese Reduktion auf einzelne Tätigkeiten. ¶ Fragen. In einer Zeit, wo alle Fundamente des Wissens unsicher geworden und das neue Wissen noch nicht konsolidiert ist, hilft nur die Kunst des kritischen Fragen und Lesens weiter. —Harun Maye, Nosce te ipsum ¶ Diese grundsätzliche Frage steht nach wie vor im Raum: Dient der technologische und wissenschaftliche Fortschritt dazu, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, in dem es sich wirklich lohnt zu leben, oder dient der Fortschritt dem Ansinnen einer Wirtschaftselite, die den Konsumismus als das Nonplusultra der Menschheit betrachtet? —Cord von Rettmer, Welt ohne ZielGericht. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Doch da ist niemand, der ein Urteil fällt, geschweige denn, der es umsetzt. ¶ Journalistenregel. Erst die Überschrift, dann die Subline, dann die Einleitung, zuletzt den Text. Dann wissen Sie immer, wo Sie hin wollen. ¶ Kant. Kant nebenberuflich zu lesen ist vollkommen unmöglich. —Konrad Lorenz ¶ Computer müssen nicht Kant lesen und dann Neigung zur Pflicht entwickeln. —Gunter Dueck, Dueck’s PanopticonKarten. Mit Karten lesen. Plädoyer für eine visualisierte Geographie der Literatur. —Barbara PiattiLeben. Das Bessere kann niemals ein abstraktes Ganzes sein, sondern nur in bestimmten Hinsichten. Wir befinden uns nicht in einem Aufzug der Evolution, der nur in zwei Richtungen funktioniert: nach oben oder nach unten. Das komplexe Leben, in dem wir uns eingerichtet haben, erfordert von uns ein Bewegen nach allen Seiten und Richtungen: viele verschiedene Wege nach oben oder unten, unterschiedliche Seitenwege, Kreisverkehre … —Klaus Trofob, Der Irrwitz unseres JahrhundertsLiteraturkritik. Der wichtigste Einblick: An diesem Buch zeigt sich exemplarisch das Elend der deutschen Literaturkritik. So viele Texte, die krachend an ihrem Anspruch scheitern. […] Boulevard statt Feuilleton, Reisebericht statt Rezension. Dröhnendes Marketing-Pathos mit knackigen Superlativen, die, wenn sie derart inflationär eingesetzt werden, zur Phrase verkommen. —Lothar Struck, Bleiwüste der Banalitäten, literaturkritik.deManuskript. Damals hatte ich mir auch vorgestellt, wie ich irgendwann in meiner Mansarde tot aufgefunden werden würde, fast vollkommen verwest, den Kopf auf das zarte und wie Tabakblätter vergilbte Manuskript gelegt, das durch große Lachen getrockneten Blutes an meinem Haar und meiner Wange klebte. —Mircea Cărtărescu, Der KörperMensch. Ich wünsche, dass die Psychologie auch in Zukunft niemals den Geist aufgibt; dass aber auch den Biologen nie das Verständnis dafür fehlt, dass der Mensch zwar ein Tier, aber niemals nur ein Tier wie alle anderen ist; und dass es beiden nie an dem Willen mangeln möge, gemeinsam den ganzen Menschen zu verstehen. —Hubert MarklReligion. Betet – dann danket, duldet, darbet! ¶ Schwarz. »Kann man eigentlich schwarz hören?« – »Wohl nicht, denn das ergäbe ein weißes Rauschen.« ¶ Tagebuch. Verzeih mir, daß ich die Unredlichkeit besaß, Dein Tagebuch zu lesen. Es war ein Zufall, daß es dazu kam. Ich räumte in Deinem Zimmer auf, wischte Staub auf Deinem Schreibtisch und stieß dabei den Schlüssel vom Tisch. Die Verführung, in Deine Seele zu blicken, war zu groß, als daß ich ihr hätte widerstehen können. —Lew Tolstoj und Sofja Tolstaja, Eine Ehe in BriefenWahrheit. »Das aufrichtige Bemühen um Wahrheit scheint beim Lesen der einschlägigen Texte implizit die endlose Suche nach sich selbst zu spiegeln. —Peter Gross, Ich Jagd. Im Unabhängigkeitsjahrhundert ¶ Zweifle an allem mindestens einmal, und wäre es auch der Satz: zweimal 2 ist 4. —Georg Christoph Lichtenberg ¶ »Wozu dient das Wissen, wenn es nicht praktisch ist? ¶ Die Sinne trügen nicht, das Urteil trügt. —GoetheZiel. Wenn unsere Gesellschaft überhaupt ein Ziel hat, dann ist es die Jagd nach dem Profit. Wir wissen, was die Dinge kosten, aber wir wissen nicht, was sie wert sind. Bei einem Gerichtsurteil oder einem Gesetz fragen wir nicht, ob es gut ist. Ob es gerecht und vernünftig ist. Ob es zu einer besseren Gesellschaft, zu einer besseren Welt beitragen wird.

Leseschnipsel editiert von Joachim Zischke am 1. Dezember 2016.


 

Kunst-fetti

Heutige Künstler sind wie konkurrierende Gottheiten, die sich durch die Art und Weise ihres Auftretens eine treue Anhängerschaft sichern. —Sarah Thornton, 33 Künstler in 3 Akten.

Auch an Sie die Prüfungsfrage:
»Was ist ein Künstler?«
»Ein Künstler macht Kunst.«
»Danke. Der Nächste bitte.«

p Verstehen ist Heranbildung des Zuschauers auf den Standpunkt des Künstlers. [Es] wurde gesagt, daß die Kunst das Kind ihrer Zeit ist. Eine derartige Kunst kann nur das künstlerisch wiederholen, was schon die gegenwärtige Atmosphäre klar erfüllt. Diese Kunst, die keine Potenzen der Zukunft in sich birgt, die also nur das Kind der Zeit ist und nie zur Mutter der Zukunft heranwachsen wird, ist eine kastrierte Kunst. Sie ist von kurzer Dauer und stirbt moralisch in dem Augenblicke, wo die sie gebildet habende Atmosphäre sich ändert. —Wassily Kandinsky, Über das Geistige in der Kunst.

Verehret die Künste und verachtet die Künstler!
Plutarch

p In »Technologie« kommen griechisch tèchne (was Handwerk, Kunst und Technik vereint) und griechisch lógos (Wort, Lehre und Wissenschaft) zusammen. ¶ Was aber ist dann Kunst? Wenn Kunst eine Art Technologie ist – dann unterscheidet sich der künstlerische Gebrauch der Technologie von ihrem nichtkünstlerischen Gebrauch. —Boris Groys, Die Wahrheit der Kunst ¶ »Magica«, schreibt Paracelsus, »ist an ihr selbst die verborgenste Kunst und größte Weisheit übernatürlicher Dinge auf Erden. Und was menschlicher Vernunft zu erfahren und zu ergründen unmöglich ist, das kann durch diese Kunst der magica erfahren und ergründet werden. Denn sie ist eine große und verborgene Weisheit, während die Vernunft eine große öffentliche Torheit ist.«

Was das Leben nicht bietet: ein Raum, in dem alle Kunst und alle Magie existieren.

p Was Kunst ist, ist bekanntlich nicht nur im Feld der Kunst strittig. Wer seine Definition und Sichtweise als die legitime durchsetzen kann, kann symbolische und materielle Profite erzielen. —Rainer Diaz-Bone, Milieumodelle und Milieuinstrumente in der Marktforschung ¶ Die Frage sollte nicht lauten: »Was ist Kunst?«, sondern »Wie ist Kunst?«. ¶ »Das, was ich die ›Große Kunst‹ nenne, ist, mit einem Wort, die Kunst, die gebieterisch alle Fähigkeiten eines Menschen für sich beansprucht und deren Werke so sind, daß alle Fähigkeiten eines andern sich von ihnen angesprochen fühlen und aufgeboten werden müssen, um sie zu begreifen …« —Paul Valery, Tanz, Zeichnung und Degas.

Was ist deine Kunst? Gut zu sein. Doch wie kann dies gelingen, wenn nicht aufgrund von Einsichten über die Natur des Weltganzen und der spezifischen Erscheinungsform des Menschen?
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen

p Ich habe mich immer gegen Selbstverwirklichung in der Kunst und gegen Kreativität gewandt. Ich habe immer gesagt: Kreativität ist was für Friseure. —Gerhard Merz, Measure Color Light ¶ Alles, was wir tun, in der Kunst oder im Leben, ist nur die unvollkommene Kopie dessen, was wir vermeinten zu tun. —Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares.

Leseschnipsel editiert von Joachim Zischke am 29. November 2016.


 

Volk und Dummheit

Sollte der öffentliche Diskurs ein Ermittlungsverfahren gegen Zuckerberg eröffnen – und zumindest ausserjuristisch sollte er dies zum besseren Verständnis unserer Mediengesellschaft tun –, müsste die Anklage nicht auf Volksverhetzung lauten, sondern auf Volksverdummung. —Roberto Simanowski, Anleitung zur Volksverdummung, nzz.ch ¶ »Man kann ja auch sagen, die Leute sind einfach dumm und die rennen den Populisten hinterher …« – »Das sind die ja vermutlich auch.« —Deutschlandradio Kultur im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler ¶ Aber das Volk ist dumm, sagte ich, und ist zu schwach, einen solchen Zustand zu ändern, es fällt gerade auf solche gefinkelten, machtgierigen Leute, wie die jetzt an der Regierung seien, herein. —Thomas Bernhard, Der Untergeher ¶ Eine dumme Rede gefällt dem Volk – eine kluge mißfällt ihm. Da das Volk selbst dumm ist, findet nur die dumme Rede seinen Beifall; sie wird zum Spiegelbild der Dummheit des Volkes, das sich in ihr reflektiert. —Karen Gloy, Vernunft und das Andere der Vernunft ¶ In vielen Ländern, auch im südlichen Deutschland, herrscht die schlimme Sitte, daß Weiber Lasten, und oft sehr beträchtliche, auf dem Kopfe tragen. Dies muß nachtheilig auf das Gehirn wirken; wodurch dasselbe, beim weiblichen Geschlechte im Volke, sich allmälig deteriorirt, und da von ihm das männliche das seinige empfängt, das ganze Volk immer dümmer wird; welches bei vielen gar nicht nöthig ist. —Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung ¶ Dies ist die größte Beunruhigung von allen, dass nämlich unser offizieller Herrscher, der Souverän in einem demokratischen System, das Volk, wir selbst, ein launischer, dummer und gefährlicher Herrscher sein könnte. —Harald Martensein, Romantische Nächte im Zoo ¶ Die Frage »Kriegt ein dummes Volk nicht nur die dummen Führer, sondern auch die verdummenden Medien, die es verdient, oder schrumpfen sich die Medien die Hirne ihrer Konsumenten auf ihr Niveau zurecht?« muss daher so beantwortet werden: Beides trifft zu. —Alois Reutterer, Die globale Verdummung ¶ Das Missliche an der Demokratie ist, dass, wenn es darauf ankommt, die Stimme des Banausen ebenso viel zählt wie die unsere, die der Gebildeten, Kultivierten, der Durchblicker und Besserwisser. Wer in der Demokratie Einfluß nehmen will, kommt nicht darum herum, sich mit dem dummen Volk einzulassen. —Johano Strasser, Faule Früchte am Baum der Erkenntnis. Eine Elitenbeschimpfung ¶ Der Dumme ist wie das Volk – er glaubt sich mit wenigem reich. —Vauvenargues, Betrachtungen und Maximen ¶ Also jetzt rasch sich beliebt machen! Auf irgendeine Weise dem dummen Volk zeigen, daß man es wahrhaftig liebt, daß man seine Wünsche und Rechte achtet, rasch republikanisch, rasch demokratisch regieren! – immer, wenn es zu spät ist, entdecken ja die Kaiser und Könige gern in sich ein demokratisches Herz. —Stefan Zweig, Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen.

Leseschnipsel editiert von Joachim Zischke am 27. November 2016.


 

Die embroullierte Introversionsklammer

Denkposition

Wir stehen alle in der Unterhose da. Aber zumindest einige von uns haben es geschafft, ihre Socken anzubehalten. Die Wäschestücke werden erst in dem Moment von den Introversionsklammern befreit, wenn sie wieder sauber beziehungsweise trocken sind. »Es nahe keiner seiner Kammer, / Wenn er sich ungeduldig drängt, / Und jedes Band und jede Klammer / Mit jugendlichen Kräften sprengt« — Novalis. ¶ Vor allem über seine kultursemiotische Präsenz entgleitet der geklammerte Mensch in (post)faktische Abwesenheit, während er seine Form für einen unabschließbaren Fraktalisierungsprozess öffnet. Entertainer oder Wissenschaftler, Materialist oder Idealist, Narzisst oder Altruist, Einzelgänger oder Teamworker – sie alle sind nicht zum Verkauf bestimmt. Die doppelte imaginäre Physik von Introversion und Extraversion, die sie wie eine Region der Intimität umgibt, zeigen nicht, dass diese Physiken das gleiche seelische Gewicht hätten. ¶ Introvertierte Menschen sind territorial, sie haben eine reservierte Privatsphäre, orientieren sich stark an ihrem inneren Seelenleben. ¶ Die Introversion, welche für eine persönliche, private, autonome Mystik steht, ermöglicht die Selbstversunkenheit ist das Signum des romantischen Künstlers, des Entwurzelten und Isolierten, der sich durch seinen Zauber, durch eine rebellische Naturbetonung und Mechanik individueller Überlegenheit, sich selbst im Gleichgewicht erhält. Während die Zentroversion die Selbstgestaltungs- oder Individuationstendenz innerhalb des Psychischen vereinnahmt, besucht der extravertierte Mensch ein lange Partynacht, amüsiert sich, spricht mit unzähligen Menschen und fühlt sich danach energetisiert, als könnte er Bäume ausreißen. Der embroulliert introvertierte Mensch besucht die gleiche Party, spricht mit den gleichen Menschen, empfindet ebenfalls Spaß, fühlt sich aber nach wenigen Stunden vollkommen erschöpft. ¶ Blau ist die Farbe der Seele, der Ruhe, der Meditation, der Hingabe, der Treue und des Vertrauens, die Farbe auch des Weiblichen, der Introversion und der zeitlosen Ewigkeit, die Farbe der Empfängnisfähigkeit der Seele für transzendentale Wirklichkeiten.


Hillerich Saffan: Abseits des Absoluten. Manuskript, 2016.


 

Eine Widmung, die zum Lesen ermuntert

An einem schönen Frühlingstag werden Sie aus heiterem Himmel gefragt: »Wenn Sie Zeit hätten, Lust und Laune, was würden Sie an so einem Tag machen?« Vielleicht würden Sie wie dieser bayerische Passant antworten: »Des kann i jetzt ga net sagn. I bin jetzt gar net vorbereitet, weil i heit net guat drauf bin.«1 Vielleicht würden Sie sagen: »Also ich würde mich in den Garten legen und mein Buch zu Ende lesen, die Wahlverwandtschaften von Johann Wolfgang von Goethe.«

Einen nahezu idealen Lesevorgang zeigt uns Jean Paul (1793–1825) auf. Seinen Helden lässt er immer schnellere Schritte tun, im Lesen wie im Gehen, so dass dieser »Buch und Weg miteinander zu Ende« bringt.2 Ganz klar: ein Smartphoner.

Umberto Eco berichtet in seiner Nachschrift zum Namen der Rose, dass ihn der Verlag bat, die ersten hundert Seiten ein wenig zu kürzen. Eco lehnte ab: »Wer die Abtei betreten und darin sieben Tage verbringen will, muß ihren Rhythmus akzeptieren. Wenn ihm das nicht gelingt, wird er niemals imstande sein, das Buch bis zu Ende zu lesen.«3

Ja, das zu Ende Lesen … Können wir uns das denn noch leisten, wo doch unsere Aufmerksamkeitsspanne immer geringer und damit das durchgängige Lesen für uns immer unwirtschaftlicher wird? Es gibt ja Leute, die das lineare, von Anfang bis Ende Textlesen, überhaupt in Frage stellen und das partielle und selektive Lesen nicht etwa als einen Effekt der menschlichen Degeneration verstehen, sondern als geübten »souveränen Lesestil«.4

Doch bevor dieser Text in ein Für und Wider über das zu Ende Lesen von Büchern ausartet, komme ich auf meinen Anlass zurück, der sich im Titel findet. Von Adriaan T. Peperzak stammt das Buch Thinking – From Solitude to Dialogue and Contemplation. Darin erachtet er das Lesen, neben der Kontemplation und dem Diskurs, als wichtiges Element des Nachdenkens. Wohl wissend, wie selten ein (Sach-)Buch zu Ende gelesen wird, lautet seine Widmung folgendermaßen: »I dedicate this report to those of you who will read the entire text«. Eine sehr schöne und dezente Aufforderung, sein Buch zu Ende zu lesen.

Originaltext von Joachim Zischke | 21. November 2016.
Reine Denkarbeit. Keine Algorithmen.


1 Thomas Kernert: Frühlingsqualen. Psychogramm einer Jahreszeit. Bayern2, 21.03.2015
2 Jean Paul: Hundposttag. Gesammelte Werke.
3 Umberto Eco: Nachschrift zum Namen der Rose. München, 1986.
4 Günther Stocker: Vom Bücherlesen. Zur Darstellung des Lesens in der deutschsprachigen Literatur seit 1945. Heidelberg, 2007.


 

1932 – heute: Unverändert

a.

»Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleineren Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahintergegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.«

b.

»Wenn sich in Rußland auch nur ein Achtel der Entführungen, Erpressergeschichten, Bandenüberfälle und Gewalttaten ereignete wie in Amerika –: das Geschrei der sittlich entrüsteten Amerikaner möchte ich mal hören! Sie sollten wirklich bei sich selber Ordnung machen, sich auf Reisen anständiger benehmen und im übrigen den Schnabel halten.«

c.

»Es ist die Aufgabe des historischen Materialismus, zu zeigen, wie alles kommen muß – und wenn es nicht so kommt, zu zeigen, warum es nicht so kommen konnte.«

d.

»Was die Leute pervers nennen, das läßt sich von einem geübten Sexualpsychologen leicht auflösen. Aber wirklich pervers, gegen den Strich, gegen die Natur … da gibts wenig. Von dem wenigen ist die ältere Amerikanerin, die über Sittlichkeit spricht und urteilt, wohl das allerekelhafteste, was zur Zeit auf der Erde herumsitzt.«

e.

»Wie rasch altern doch die Leute in der SPD –! Wenn sie dreißig sind, sind sie vierzig; wenn sie vierzig sind, sind die fünfzig, und im Handumdrehn ist der Realpolitiker fertig.«

f.

»Jede Frau darf beten. Ein Mann, der betet, muß sehr dumm oder sehr weise sein.«

g.

»Es ist ein Charakteristikum des Maschinenzeitalters, daß die meisten Menschen glauben, etwas Gutes geleistet zu haben, wenn sie etwas geleistet haben. Sind die Regeln erfüllt, so sind alle befriedigt. Der Arzt hat operiert; der Richter hat terminmäßig ein Urteil gefällt; der Beamte hat ein Gesuch geprüft – sie haben das Reglementmäßige getan. Was dabei herauskommt, ist ihnen völlig gleichgültig. ›Das ist nicht mehr meine Sache …‹ Da keiner die Gesamtwirkung der kleinen Teilarbeiten übersieht und sie auch gar nicht übersehn will, so bleibt die Gesamtwirkung nur auf einem haften: auf dem Erleidenden. Die andern haben ihre Pflicht getan.«

Kurt Tucholsky: Schnipsel, 1932. Gesammelte Werke.


 

Eine empfangene Werbe-E-Mail kritisch analysiert

Ich, der Kritiker, kann nichts dafür: Wenn ich einen Text lese, der mich, aus welchem Grund auch immer, interessiert, dann lese ich ihn, ich überfliege ihn nicht. Aufgrund meiner Vielleserei hat sich wohl eine Fähigkeit herausgebildet, dass mir beim Lesen die Ungereimtheiten buchstäblich ins Auge springen. Meine visuelle Wahrnehmung ist von hochfotografischer Art, so dass mir Abweichungen zu einem einmal gespeicherten Textabbild sofort auffallen. Das macht das Lesen nicht immer zum Vergnügen. Glücklicherweise werden die meisten Texte fehlerfrei oder mit nur kleinen unbedeutenden Fehlersprengseln veröffentlicht. Allerdings beobachte ich eine Tendenz zu einer vermehrten Fehlerhäufigkeit. Ob das den digitalen und beschleunigten Prozessen, der Kostenreduktion oder dem allgemein anwachsenden Aufmerksamkeitsdefizit geschuldet ist, vermag ich noch nicht abschließend zu beurteilen.

Nun also hinein in den Text.

Etiketetenbedarf & Neue Ansprechpartnerin

Der Betreff. Das ist der Teil eines Schreibens, worauf jeder Brief- oder E-Mail-Empfänger zuerst blickt. Dieser Blick entscheidet über die sachliche Zuordnung sowie die Dringlichkeit und Wichtigkeit. Und schon stolpert der Leser: »Etiketetenbedarf«? Das klingt vielleicht ungewöhnlich und lustig – ein solcher Schnitzer darf in einem werblichen Brief dennoch nicht passieren. Vor dem Drücken des Senden-Knopfes hätte der Schreiber noch einmal durchlesen müssen.

Guten Tag Herr Z.

Die Anrede. Die Wichtigkeit in Person. Hier überprüft jeder Empfänger die Richtigkeit von Anrede und Namen. Für meinen Geschmack bietet »Guten Tag« eine etwas zu allgemeine Anrede – sie klingt unverbindlich, fast so, als begegnete man sich auf der Straße und grüßte einander. Das Schreiben soll den Empfänger ja persönlich ansprechen und ihn zugleich für das konkrete Anliegen interessieren. Besser geeignet halte ich ein »Sehr geehrter Herr« oder, falls der Empfänger bereits Kunde ist, »Lieber Herr«. Eine solche Anrede schafft sofort Nähe und nicht Distanz.

Ich wollte uns in Erinnerung rufen J und kurz anfragen wie es
mit Ihrem Etikettenbedarf aussieht?

Die Einleitung. Der erste Satz, der Dreh- und Angelpunkt dafür, ob der Leser bewusst weiterliest, den nachfolgenden Text nur noch überfliegt oder ihn gleich in den Papierkorb befördert. In dieser Eröffnung sollte alles Wesentliche stecken: der Anlass, das Anliegen, die Aufforderung. ¶ Was also steckt hier drin? (1) Orthografisch korrekt ist dieser Satz jedenfalls schon mal nicht. Er ist kein Fragesatz, das Fragezeichen ist fehl am Platze. Und das »J« gleich mit, ein auffallend schludriger Tippfehler. (2) »In Erinnerung rufen« bedeutet, etwas »im Gedächtnis bewahrt haben und sich dessen wieder bewusst werden«. Das kann ich – der Adressat – nur selbst; jemand anderes bringt sich in Erinnerung. (3) Warum und wofür entschuldigt sich der Schreiber so unterwürfig? Woher will er wissen, dass er mich, den Leser, stört und deswegen nur kurz meine Aufmerksamkeit unterbrechen will? Der Schreiber diskreditiert sich unnötig selbst. Hat er ein berechtigtes Anliegen – und von diesem darf er in diesem Falle ja ausgehen –, so kann er es entschlossen und selbstbewusst vortragen. Ich entscheide dann gerne selbst, wie kurz oder lang ich mich mit der Nachricht beschäftigen will.

Wir haben Ihnen Ende 2015 Angebote über Selbstklebeetiketten
zukommen lassen. Leider kamen diese nicht zum Tragen.

Mit Verlaub, werter Verfasser: Soll das ein Vorwurf sein? Jemand, der ein Angebot anfordert, schuldet doch keine Rechenschaft darüber, warum er es nicht annimmt. Diese Mail fungiert als ein schriftliches Verkaufsgespräch. Darin sollte es um die Kundenwünsche und eine gemeinsame Zukunft gehen, nicht um Vergangenes oder scheinbar Unerledigtes.

Da Sie davor unser Herr B. betreut hat, der leider nicht mehr im
Unternehmen ist, sind In Ihrer Akte keine Details vermerkt.

Was steht hier? Hier steht das unfreiwillige Eingeständnis, dass es in diesem Unternehmen mit dem Customer-Relationship-Management (CRM) – auf gut Deutsch: Kundenbeziehungsmanagement –, nicht weit her ist. Und dass dieser Herr B. – der das Unternehmen aus welchen Gründen auch immer verlassen hat – für die schlampige Aktenführung verantwortlich gemacht wird. Weder interessiert einen Kunden die Firmeninterna, noch was in seinen über ihn geführten Akten steht. Kein kundenorientiertes Unternehmen wickelt seine Kunden über Aktenvermerke ab, das machen Behörden. Ein konsequentes CRM ist auf die intensiven Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden ausgerichtet. Das scheint in diesem Unternehmen allerdings gänzlich zu fehlen.

Ich wollte nur kurz nachfragen an was es lag und anfragen ob wir
auch dieses Jahr anbieten dürften.

Auch diesen Satz würden ein paar orthografisch korrekt gesetzte Kommas lesefreundlicher gestalten. Und zum wiederholten Male begegnet dem Leser diese peinliche Unterwürfigkeit. Wo sind die Anreize, wo das verkäuferische Moment, wo das besondere Angebot, wo die Lieferung zur Probe? Handeln, und nicht immer nur nachfragen wollen.

Ab sofort betreut Sie Frau S. selbst. Alle Anliegen & co. dürfen
Sie direkt an Sie oder auch gerne über mich stellen, ich werde es
gerne weiter leiten.

An wen soll der Leser seine Anfragen jetzt richten? Wenn ab sofort Frau S. zuständig ist, bedarf es keiner weiteren Umleitung. Hier sollte ein sauberes CRM installiert werden, ein einziger direkter Ansprechpartner für den Kunden und sonst keinen. Das muss kommuniziert werden. Alles andere verwirrt. Nebenbei bemerkt: Das kleine Faible für die kaufmännische Et-Glyphe wirkt mitnichten dynamischer oder moderner. Und dann diese unsäglich fehlerhafte Rechtschreibung …

Bitte lassen Sie mich wissen ob wir Ihnen ein Angebot zukommen
lassen dürfen.

Wertes Unternehmen: Nein, ich werde das mir so zahlreich offerierte Dürfen nicht in Anspruch nehmen. Ich brauche konkrete Daten: direkt, zügig und verlässlich. Freundlich und pragmatisch, wie ich nunmal bin, schenke ich Ihnen etwas zum fleißigen Gebrauch: eine Handvoll ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.

Originaltext von Joachim Zischke | 17. November 2016.
Reine Denkarbeit. Keine Algorithmen.


 

Neues Begreifen (46)

Alter(n)

Die Frage »Wo warst du vor siebzig oder fünfzig oder zwanzig Jahren?« kann man nur im Alter stellen. ¶ »Ich gehe auf die Siebzig zu, und dies so zügig, daß ich mir überhastet vorkomme«, schreibt Peter Sloterdijk. ¶ Der preußische Philosoph aus Königsberg führte einst eine Art von Tugendpflichten auf: »Der erste Grundsatz der Pflicht gegen sich selbst liegt in dem Spruch: Lebe der Natur gemäß, d. i. erhalte dich in der Vollkommenheit der Natur; der zweite in dem Satz: Mache dich vollkommener, als die bloße Natur dich schuf.« ¶ Nichts erledigt sich so schnell wie alles Zeitgemäße. Und doch liegt im Altern ein Trost: »Was bereits einmal veraltet war, ist sozusagen gegen alle weiteren Zersetzungen und Angriffe durch aggressive Zeiturteile immun. Wie sollte, was längst vergangen ist, veralten?« —Gerd B. Achenbach, Zeitgenossenschaft und modisches Denken ¶ Es gibt die fluide (angeborene) und kristalline (erworbene) Intelligenz. Eine Theorie (R. B. Cattell) besagt, dass sich ein Mensch mit einer hohen fluiden Intelligenz kristalline Intelligenz schneller aneignen kann. Die fluide Intelligenz nimmt im Alter ab, wobei die kristalline bestehen bleibt und sogar ansteigt. —Christina von Assen, Crash-Kurs Psychologie.

Denken

Ein Denken in Wirklichkeiten und in Möglichkeiten. Echtes Denken ist »immer ein gewagter, nach dem Stande der Dinge noch nicht zu rechtfertigender Ausdruck, eine Verbindung von exakt und nichtexakt, von Genauigkeit und Leidenschaft«. —Robert Musil, Mann ohne Eigenschaften ¶ Die Möglichkeit eines Gedankens, »dass das eigene Erleben und Denken nur einen Teil der Wirklichkeit umfaßt, daß die Welt, in der man sich zu behaupten hat, unvollständig ist, Ausschnitt einer größeren, hinter ihr ver­borgenen Wirklichkeit, ohne die sie nicht existierte.« —Hoimar von Ditfuhrt, Wir sind nicht von dieser Welt ¶ »Es gibt für uns keine denkbare Möglichkeit, die nicht Wirklichkeit war. Deswegen gilt der Begriff der Möglichkeit auch gar nicht von den Gegenständen der Vernunft, weil sie niemals als das, was sie sein sollen, im Bewußtsein vorkommen, sondern nur der Begriff der Notwendigkeit. Der Begriff der Möglichkeit gilt von den Gegenständen des Verstandes, der der Wirklichkeit von den Gegenständen der Wahrnehmung und Anschauung.« Hölderlin, Urteil und Sein.

Fragen

Der selbsternannte Staatsschauspieler Helmut Schmidt pflegte ihm unangenehme Interviewfragen in drei Varianten abzukanzeln: (1) »Die Frage verstehe ich nicht.« (2) »Die Frage ist falsch.« (3) »Diese Frage enthält gleich drei Fehler!« —Giovanni di Lorenzo, Die Zeit.

Information

»Die Medien sind tot, die Öffentlichkeit vernichtet. Informationen gibt es nicht mehr. Genauer: Es gibt so viele Informationen, und Information und Desinformation haben sich so sehr vermengt, dass es besser zu sein scheint, bei dem zu bleiben, was man schon zu wissen glaubt. Wissen ist Glaubenssache geworden. —Stefan Betschon, Fehler und Falschmeldungen, nzz.ch.

Kladde

Der Designer Michele De Lucchi führt seit mehr als 40 Jahren ein Notizheft als ständigen Begleiter mit sich. Nahezu 50 dieser Hefte hat er mit Ideen und Zeichnungen gefüllt. Sie sind sein Anker, seine Zuflucht. Und er zieht die alten Kladden immer wieder hervor – »auch um mich aus der Realität zu befreien.«

Löwe

Der Kaberettist Volker Pispers beschrieb unser Arbeits- und Wirtschaftssystem einmal so: Kein Löwe käme auf die Idee, an einem Tag drei Antilopen zu jagen, damit er an zwei Tagen arbeitsfrei hätte. Es funkionierte nicht. Er müsste sich einen Kühlschrank anschaffen, um das Frischfleisch zu lagern, was dem Löwen natürlich zwei weitere Antilopen kosten würde. Und dann der Strom – noch eine Antilope. Stress pur, statt entspannt in der Sonne zu liegen und zu dösen.

Macht

Francis Bacon schuf die berühmte Aussage, dass Wissen Macht ist. Michel Foucault drehte diese Feststellung einfach um und stellte klar, dass die Macht »bestimmt, was als Wissen zählt«.

Netzwerk

Der populär gewordene Gedanke des Netzwerk(en)s reduziert sich nicht selten auf die kostengünstige und parasitäre Teilhabe an der sowohl geistigen als auch körperlichen Arbeit Anderer.

Wissen

Wissen muss man sich nicht mehr erarbeiten, erlesen oder im Diskurs erwerben. Der digitale Mensch ergoogelt sich das benötigte Wissen punkt- und sekundengenau bei Bedarf. Aus der Species der »Digital Natives« entsteht somit die der »Digital Naives«.

Zeit

»Unsere Kosmologen, die den Urknall 13,8 Milliarden Jahre in die Vergangenheit datieren, sprechen nicht öffentlich darüber, dass diese Zeitangabe überaus absurd anmutet, da das ›Jahr‹ als Maß der Umkreisung der Erde um die Sonne frühestens mit der Sonne und dem Sonnensystem entstanden sein konnte und man alles, was davor war, definitiv anders bezeichnen müsste.« —Christian Milz, Einschlafgeschichten, literaturkritik.de.

Leseschnipsel editiert von Joachim Zischke am 16. November 2016.